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Schätze der Kirchenbibliothek von St. Marien
Die erste Nachricht über eine kirchliche Büchersammlung stammt vom Reformator Philipp Melanchthon. In einer Bibel aus der Pirnaer Kirchenbibliothek befindet sich eine lateinische Niederschrift von seiner Hand aus dem Jahre 1559. Daraus geht hervor, dass der Bucherwerb nach der Reformation von Rat und Kirche veranlasst wurde, um den Geistlichen vor Ort eine theologische Arbeitsbibliothek zu schaffen. Mit Geldsammlungen und Stiftungen frommer Bürger sollten wichtige Schriften erworben werden.
Aber auch Druckwerke aus vorreformatorischer Zeit werden in der Kirchenbibliothek von St. Marien aufbewahrt, darunter 34 Inkunabeln, also Drucke aus der Zeit von der Erfindung des Buchdrucks um 1454 bis zum Jahr 1500. Mit Basel, Köln, Mailand, Nürnberg, Straßburg und Venedig sind wichtige frühe Zentren des Buchdrucks in der Sammlung vertreten – einige dieser Kostbarkeiten werden in der Ausstellung präsentiert.
Pirna begeht in diesem Jahr noch zwei weitere Jubiläen, die Anlass zur neuen Sonderausstellung gaben.
Im Jahr 1714 stiftete der Pirnaer Arzt Dr. Johann Heinrich Großmann seine 1154 Bände umfassende Büchersammlung, die neben theologischen auch medizinische, philosophische, juristische und historische Werke enthielt: Dadurch verlieh er der Bibliothek eine neue, universale Ausrichtung. Ziel von Großmanns Initiative war die „Auffrichtung einer öffentlichen Bibliothec“ – in einer kleinen Stadt wie Pirna, in der nur wenige Gelehrte ihr Wirkungsfeld fanden, erschien dies geradezu visionär, entstanden doch damals öffentliche Bibliotheken zunächst in den großen Residenz- und Universitätsstädten. Somit blickt Pirna im Jahr 2014 auf 300 Jahre öffentliche Bibliotheken zurück.
Außerdem begeht die Pirnaer Stadtbibliothek ihr 100-jähriges Bestehen in diesem Jahr.
Die Sonderausstellung wird von Fachvorträgen und besonderen Veranstaltungen eingerahmt.
Interessant dürften auch die Sonderführungen „Bibliotheksstifter, Bücherverleiher und Kolportagehändler. Eine Spurensuche in Pirna“ sein, die in der Kirchenbibliothek startend über verschiedene Stationen in der Stadt und die Sonderausstellung in die Stadtbibliothek Pirna führt.
Geöffnet ist die Sonderausstellung Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt ist im Museumseintritt inklusive.


















