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Ornament und Figur – Textile Arbeiten und Plastik von Elrid und Robert Metzkes
Arbeiten der bekannten Künstlerin Elrid Metzkes sind bisher in ihrer Geburtsstadt Pirna, in der sie auch aufgewachsen ist, noch nicht gezeigt worden. Mit der Ausstellung im StadtMuseum Pirna wird die Kunstpreisträgerin der DDR vorgestellt. Würdige Ergänzung findet die Ausstellung durch Terrakotten und Bronzen ihres Sohnes Robert Metzkes, der als freischaffender Bildhauer in Berlin mehrfach ausgezeichnet wurde.
Elrid Metzkes (1932–2014)
Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste Dresden im Fachbereich Textil waren die Möglichkeiten für eine eigenständige künstlerische Entwicklung durch die Geburt ihrer drei Kinder erst einmal eingeschränkt. Anregungen, Auseinandersetzungen und Gespräche über Kunst im weitesten Sinne hat es im Hause Metzkes jedoch immer gegeben. Mit dem Älterwerden der Kinder wuchsen die Freiräume. Der Kauf eines Hochwebstuhles im Jahre 1963 war der Start zu einem künstlerischen Neubeginn. Elrid Metzkes sollte das uralte Handwerk des Webens mit ihrem künstlerisch ästhetischen Gestaltungswillen zur Meisterschaft führen. Ihre Gobelins waren ab den 1970er Jahren auf Kunstausstellungen zu sehen. Begonnen hatte sie mit feinen malerischen Webereien, häufig nach Kartons ihres Ehemannes, des Malers Harald Metzkes. Doch bald entwarf sie auch selbst und es entstanden neben den Bildteppichen Arbeiten mit abstrakten Kompositionen. Dabei orientierte sie sich an den Bauhauskünstlern. In einigen ihrer Arbeiten kombinierte sie geometrische Grundformen, die die Fläche aufzubrechen scheinen und beeindruckende Raumwirkungen hervorrufen.
Ende der siebziger Jahre entdeckte sie die Techniken des Patchworks und Quilts für sich. Diese ermöglichten ihr eine schnellere Umsetzung abstrakter Kompositionen im großen Format. Sie schuf mit Satin und Seide in leuchtenden Farben kontrastreiche Arbeiten, die durch die Füllstoffe und Steppnähte des Patchwork-Quilts plastische Oberflächen erhielten.
Elrid Metzkes färbte sowohl die Wolle und das Leinen für ihre Gobelins als auch die Stoffe für ihre Patchworkarbeiten selbst. Jedes ihrer Kunstwerke ist ein Unikat. Öffentliche Sammlungen in Berlin, Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg und Chemnitz haben ihre Arbeiten angekauft.
Robert Metzkes (* 1954)
Robert Metzkes ist in Berlin aufgewachsen. Sein Vater, Harald Metzkes, ist ein bekannter Maler der Berliner Schule. Nicht nur im bildkünstlerischen und kunsthandwerklichen Bereich, sondern auch in der Auseinandersetzung mit Literatur, Theater und Musik hielt das Elternhaus zahlreiche Anregungen bereit. So erscheint es folgerichtig, dass der Sohn sich für einen künstlerischen Beruf entschied. An der Hochschule für Bildende Künste Dresden studierte er nach dem Abitur bei Gerd Jaeger, Walter Arnold und Helmut Heinze Bildhauerei.
Die Arbeiten von Robert Metzkes sind für die heutige Zeit ungewöhnlich. Die Terrakottabüsten und -reliefs des Künstlers nehmen den Betrachter durch ihre Realität gefangen, so als wollten sie mit ihm in einen Dialog treten. Sie sind real in ihrer Formgebung, ideal in ihrer Ausstrahlung, häufig Frauen von bezwingender Schönheit. Entweltlicht, nachdenklich in sich versunken und voll zurückhaltender Sinnlichkeit drängt sich der Vergleich mit antiken und klassizistischen Skulpturen auf. Unterstrichen wird die Wirkung durch die matte, vornehm zarte Farbigkeit der Figuren.
Ein weiteres Thema, dem sich Robert Metzkes nicht nur in Terrakotta, sondern auch im Bronzeguss immer wieder zuwendet, sind Figuren zu Geschichten, die in der Commedia dell‘Arte angesiedelt sind. Der Rückgriff auf die alte italienische Stegreifkomödie ermöglicht den gleichnishaften Umgang mit den Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens. Verfremdet durch Masken und Kostüme gelangt das „Welttheater“ zur Aufführung.
Private und öffentliche Kunstsammlungen in Eisenhüttenstadt, Magdeburg, Neubrandenburg, Frankfurt/Oder, Leipzig und Berlin haben Arbeiten von Robert Metzkes in ihrem Bestand. Für die Stadt Berlin schuf er ein Denkmal von Adolf Diesterweg. In Fürstenwalde steht eine Skulptur von Gerhard Goßmann.


















