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Mit Leidenschaft ins Holz gerissen – Der Dresdner Expressionist Otto Lange (1879 – 1944)

Zentraler Bestandteil seines mannigfaltigen Oeuvres ist jedoch sein druckgraphisches Werk, wobei seine virtuosen Farbhochdrucke zweifellos den künstlerisch bedeutendsten Teil innerhalb seines Gesamtwerkes darstellen. Im Laufe von vier Jahren schuf Otto Lange neben seiner Tätigkeit als Lehrer an der Königlich-Preußischen Kunstschule in Bromberg (heute Bydgoszcz) circa 230 Hochdrucke in einer bemerkenswert heterogenen Formensprache. Bezeichnend für einen Großteil dieser Arbeiten ist, dass Lange die Druckstöcke nicht mit der Walze einfärbte, sondern sich stattdessen des Pinsels bediente. Damit erzielte er ganz individuelle Ergebnisse – der einzelne Druck erlangt Unikatscharakter gleich einem Gemälde. Das Themenspektrum seiner Druckgraphiken reicht von eindrucksvollen religiösen Blättern über lebensfrohe, nicht selten amüsante Genredarstellungen bis hin zu großformatigen Landschaften.
Neben seinem Hochdrucken schuf Otto Lange zahlreiche Radierungen und etliche Lithographien. In seiner ersten Radierphase bis 1914 entstanden vorrangig Ansichten aus der Sächsischen Schweiz, in Bromberg (1915 – 1919) schuf Lange fast ausschließlich Holz- und Linolschnitte. Zurückgekehrt nach Dresden, wandte er sich allmählich vom Hochdruck ab und widmete sich erneut der Radierung. Mit seinen ab Mitte der 1920er Jahre entstandenen aquarellierten Monotypien erlangte er eine zweite Hochphase in seinem Schaffen. Otto Lange zählt zu den Künstlern der »verlorenen Generation«. Durch die Ausstellung 1916 in der Dresdner Galerie Arnold hatte er bereits Anerkennung und Beachtung gefunden. Nach dem Ersten Weltkrieg war er Mitglied der Dresdner Sezession 1919 und gehörte zum prägenden Bestandteil der Dresdner Kunstszene. Von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft, wurde sein Schaffen stark eingeschränkt. Ein Neuanfang nach 1945 war ihm nicht vergönnt. Otto Lange geriet in Vergessenheit. Die Ausstellung möchte diesem Vergessensein entgegenwirken und dem beachtenswerten Künstler die gebührende Anerkennung zuteil werden lassen.
Programm zur Ausstellung:
Sonnabend, 19. März, 17 Uhr
Ausstellungseröffnung
Sonnabend, 2. April, 17 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung mit Dr. Hans-Ulrich Lehmann, Dresden.
Eintritt: 5 €, ermäßigt: 4 €
Sonnabend, 14. Mai
7. Europäische Museumsnacht
14.30 – 23.30 Uhr: Ausstellungsbesuch mit ermäßigtem Eintritt
19 – 20 Uhr: Otto Lange zwischen den Kunstströmungen seiner Zeit. Führung durch die Ausstellung mit Dr. Karin Müller-Kelwing, Dresden
20 – 20.15 Uhr und 21 – 21.15 Uhr: PowerPoint-Präsentation zum Projekt »200 Jahre Heilanstalt Sonnenstein«, Julius Scharnetzky, Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e.V.
21.30 – 22.30 Uhr: Leben und Wirken des Dresdner Expressionisten Otto Lange. Führung durch die Ausstellung mit Gerburg Sturm, Pirna
22.30 – 23.15 Uhr: Nachtführung durch das Gelände des ehemaligen Dominikanerklosters und die Klosterkirche
Sonntag, 15. Mai, 10 – 17 Uhr
Internationaler Museumstag, ermäßigter Eintritt


















